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Wardance

 

Von 1987 bis 1991 spielte ich Rhythmusgitarre bei der Heavy Metal Formation Wardance. Zudem schrieb ich die Texte der Songs und kümmerte mich um das Geschäftliche, sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

 

Wardance 1989 : Stefan Humbert, Markus Wawersich, Franz Römer, Sandra Schumacher, Thomas Heyer

 

Hier findet Ihr Fotos, Presseberichte und CD-Reviews :

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  • 1988 - Crucifixion - 01_front
  • 1988 - Crucifixion - 02_back
  • 1989 - Heaven - 01_front
  • 1989 - Heaven - 02_back

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Eine kleine Kostprobe aus dem 2. Album "Heaven Is For Sale" (1990) :


Believe



Don´t Play With Fire



I Don´t Love You Anymore

 

1988 produzierten wir auf eigene Kosten die EP "Crucifixion" in einer Auflage von 1.000 Stück. Trotz - oder vielleicht wegen - des geschmacklich grenzwertigen Covers ist dieses Stück Vinyl zu einem Sammlerstück geworden.

Einige Songs wurden für "Heaven Is For Sale" neu aufgenommen. Das Stück Chonda´s Dream ist jedoch nur auf der EP zu hören... und hier:

 

Und jetzt gibt´s was auf die Augen : Zunächst einige Impressionen aus 6 Jahren Wardance....
(nicht vergessen : wir waren jung und es waren die 80er Lachend !!!)

Im Februar 1990 durften wir in Karlsruhe-Huttenheim ein Konzert der Thrash-Legenden Overkill und Mordred eröffnen.
1200 Zuschauer waren anwesend. DAS Highlight der Bandgeschichte. Über das Konzert und die Vorbereitungen könnte man ein Buch schreiben und wir wussten hinterher, dass Roadies keine Stagehands sind (nachdem wir die komplette Bühne auf- und abbauen mussten und die Halle - inkl. Toiletten - geputzt hatten) und dass es Sinn macht, Verträge zu lesen und zu verstehen. Zu unserer Freude kam auch Rudy Graf - ehem. Warlock/Doro-Gitarrist, der uns die Ehre gab, als Gastmusiker bei unserer CD Heaven Is For Sale mitzuwirken. Leider konnte er nicht beim Konzert mitspielen.
Als letzten Song des Auftritts gaben wir den Metallica-Klassiker "Seek And Destroy" zum Besten:

 

Die Geschichte von Wardance
beginnt im August 1986 in einer Gartenlaube im beschaulichen Herxheim i.d. Pfalz. Die Jungs um die damals 15jährige Sängerin Sandra Schumacher sind bis in die Haarspitzen ihrer Mähnen motiviert und so gibt die Band - noch unter dem Namen Destroyer – nur ein halbes Jahr später ihr Konzertdebüt. Schnell avanciert der Fünfer zu einer lokalen Berühmtheit.

Inspiriert durch den Anthrax-Song „Indians“ ändert die Band ihren Namen in Wardance und veröffentlicht 1988 die auf eigene Kosten produzierte Mini-LP „Crucifixion“. Trotz - oder vielleicht gerade wegen - des geschmacklich grenzwertigen Covers ist dieses Stück Vinyl inzwischen zu einem Sammlerstück geworden.
Die Band wird über die Grenzen hinaus zum Insider-Tipp und spielt im Sommer 1989 in der seinerzeit noch existierenden DDR.

Der kraftvolle Speedmetal und die einzigartige Stimme von Sandra Schumacher wecken das Interesse von Charly Rinne, dem ehemaligen Chefredakteur der Zeitschrift Metal Hammer und Inhaber der Plattenfirma No Remorse Records. Er nimmt Wardance unter Vertrag und schickt sie 1989 erneut ins Studio.
Für „Heaven is for Sale“ kann man den Warlock-/ Doro-Gitarristen Rudy Graf als Gastmusiker gewinnen, der mit seinen lässigen Soli mehrere Songs veredelt. Um die musikalische Weiterentwicklung der Band zu dokumentieren, werden drei Songs des Debüts „Crucifixion“ neu eingespielt und auch vor der Adaption von Speedmetal-fernen Fremdkompositionen hat die Band keine Scheu, wie sie mit „House of the Rising Sun“ von The Animals eindrucksvoll beweist.

Im Februar 1990 erscheint „Heaven is for Sale“ und das grandiose Cover-Artwork von Andreas Marshall sorgt für weiteres Aufsehen. Die Band lässt mit ihrer zweiten Veröffentlichung den Status des Lokalmatadoren endgültig hinter sich und bereist bei Konzerten auch das europäische Ausland.

Overkill, Blind Guardian, Tankard, Spermbirds… die Liste der bekannten Bands mit denen Wardance die Bühne teilt ist lang und mehr als einmal laufen die Pfälzer dem Topact den Rang ab.

Die Voraussetzungen für ein drittes Album scheinen vielversprechend. Doch wie so oft in langjährigen Beziehungen, gehen Inspiration und Reiz irgendwann verloren. Die vielen Proben und Konzerte fordern ihren Tribut und die Musiker verzetteln sich in persönlichen Animositäten. Im Spätjahr 1991 trennen sich Wardance.

Drei Jahre später wagt die Band einen Neuanfang. Vom Line-Up der späten 80er Jahre sind noch Sandra Schumacher und Markus Wawersich dabei. Der frische Wind und der Enthusiasmus der hinzugekommenen Musiker gibt Wardance neuen Auftrieb und man begibt sich für die Aufnahmen des Demos „Dance to the Beat of Life with the Spirit of Youth“ ins Studio.

Doch ein langwieriger Rechtsstreit mit der Produktionsfirma des Demos bremst die Aktivitäten, bringt die Band in finanzielle Schwierigkeiten und setzt 1994 den Schlusspunkt für die Geschichte von Wardance.

 

 
Konzertplakat 1990                                Zeitungsanzeige 1990

Die Wiedervereinigung 1994/1995

2 Jahre nach dem Split erwachte Wardance im April 1994 zu neuem Leben. Markus Wawersich tauschte hierfür den Bass gegen die Gitarre.
Den Viersaiter zupfte nun der Freund und ehem. Roadie der Band Michael Leiner. Ursprünglich war auch Gründungsmitglied und Schlagzeuger Stefan Humbert mit von der Partie, wurde jedoch bald durch Schorsch Michaelis ersetzt. Karsten Schulz an den Gitarren und – natürlich – Sandra Schumacher vervollständigten das hervorragende Line-Up.Leider machten gerichtliche Streitigkeiten mit dem Tonstudio, in dem die Aufnahmen zum Demo stattfanden, die vielversprechenden Ansätze zunichte.

5 Songs wurden für die Demo-CD “Dance To The Beat Of Life With The Spirit Of Youth”  aufgenommen. Aus dem Rahmen fällt dabei

"Die unendliche Geschichte"
1990 schrieb ich einen Text über Kindesmißbrauch. Die ursprüngliche Musik wurde von Wardance`94 neu arrangiert.

       
Wardance 1994                                                                                                  Demo-CD “Dance To The Beat Of Life..."

Besetzung :

Sandra Schumacher - Gesang
Karsten Schulz - Gitarren
Markus Wawersich - Gitarren
Michael Leiner - Bass
Stefan Humbert / Schorsch Michaelis – Drums

 

 


Six Years For Sale
- Persönliche Erinnerungen von Thomas Heyer -

Am Anfang war die Annonce

"Gitarrist sucht Rockband. Keine Profis.Tel...."

So stand es im Juli 1986 im „Sperrmüll“ (einer süddeutsche Annoncen-Zeitung) zu lesen. Die Band, die sich auf meine Anzeige hin meldete war beim ersten Treffen genauso irritiert, wie ich. Zitat Thomy, Bassist : "Oh je, hea, des isch ja enn Glatzkopf!". Nach seinem Verständnis waren alle Menschen Glatzköpfe, die ihr Haar kürzer als schulterlang trugen. Zwei weitere Minuspunkte sammelte ich, als sich herausstellte, daß ich des Pfälzischen in keinster Weise mächtig war und zudem auch noch Abitur hatte. Doch all  dies machte ich tausendfach wett durch eine überaus wichtige Tatsache: ich hatte ein Auto und war auch durchaus bereit, den Bassisten und den Schlagzeuger ab und zu nach der Probe in Herxheim wieder nach Landau zu fahren.

  
20. Mai 1988
: Live in der Festhalle Herxheim
                       18. Juni 1987 : Discothek Studio 2000, Hassloch (Thomas Heyer, Thomy Glaser)


Natürlich war es meine eigene Schuld, kein "Deutsch - Pfälzisch" - Wörterbuch (Spezial-Thomy-und-Stefan-Version ) zu besitzen. Dann hätte ich sofort feststellen können, daß "ab und zu" ins  Hochdeutsche übersetzt "eigentlich immer" bedeutet.
Auch unsere Vorstellungen über das zukünftige Repertoire gingen meilenweit auseinander. Während mir eher Rockmusik à la Bryan Adams oder Dire Straits vorschwebte, gab es für die anderen nur eins : Speed Metal, sprich Metallica, Helloween, Slayer. Bands, um die ich bisher immer einen großen Bogen machte.
Spätestens jetzt wird sich natürlich der Leser verwirrt fragen, warum ich denn nicht Hals über Kopf wieder flüchtete. Nun, erstens hatte es mir Sandra unheimlich angetan und zweitens ..... naja, ..... keine Ahnung.

Und so trug es sich zu, das ich bei "Destroyer " als Gitarrist in Gnaden aufgenommen wurde und viele Jahre danach feststellen mußte, daß diese kleine Anzeige ungeahnte Auswirkungen auf mein weiteres Leben hatte. Nicht nur, dass ich 6 wilde Jahre mit jeder Menge Spaß hatte, ich lernte viele interessante, schräge, coole, ausgeflippte, liebenswerte Menschen kennen, denen ich sonst nie begegnet wäre. Ausserdem übernahm ich Anfang der 90er die Stammkneipe der Band, die "Alte Backstubb" in Landau/Pfalz. Die Zeiten wurden noch wilder. Zum Glück fand ich nach 2 Jahren die Reißleine und fand zurück ins gut bürgerliche Leben.


Heavy Metal aus der Scheune

Sandra Schumacher  -  Gesang
Franz Römer  -  Gitarre
Thomas Heyer  -  Gitarre
Thomas "Thomy" Glaser  -  Bass
Stefan "Humbl" Humbert - Schlagzeug

Da saßen wir nun in der kleinen Scheune am Ende des Römer´schen Gemüsegarten irgendwo in Herxheim, irgendwo in der Pfalz, irgendwo auf dieser Welt. Wir waren bereit beim nächsten "Monsters of Rock" - Festival aufzutreten. Was fehlte uns denn noch? Naja, ein vernünftiger Proberaum, vielleicht ... und gute Instrumente ... und eine Gesangsanlage ...und professionelles Outfit ... und ein Plattenvertrag ... und irgendjemand der uns überhaupt hören wollte ...

Apropos hören. Was hätte ein potentieller Hörer, Plattenproduzent oder zukünftiger Fan denn zu hören bekommen? Nicht viel. Es gab da ein paar Songs aus den Urzeiten von Destroyer , die beim Hörer allerdings eher zu mitleidigem Kopfschütteln, als zu begeistertem Headbanginggeführt hätten. Noch verheerender als die Musik wäre allerdings die Wirkung der Songtexte, gewesen. Leider sind diese wertvollen Kleinode pfälzisch-englischer Lyrik irgendwo verschollen.
Nachdem wir also das Material gesichtet hatten, legten wir 95 % davon schamrot ad acta. Die verbleibenden Stücke wurden bis zur Unkenntlichkeit generalüberholt und neue Lieder in Angriff genommen.


29. August 1987 : Fotosession in "Zassel´s Harley Shop", Steinweiler


Natürlich war uns klar, daß das Ambiente in dem wir probten nicht den Anforderungen einer Band genügen konnte, die sich anschickte, den Heavy Metal - Thron zu erobern. Ein angemessener Raum mußte dringend her. Ein Raum, der nach Ruhm roch, in dem man  fühlen konnte, daß man nur noch wenige Schritte vom megamäßigen Plattendeal entfernt war.

Und so zogen wir Ende Oktober aus der Scheune hinter Mama - Römer´s Gemüsegarten in den Keller von "Kurt´s Fischgaststätte". Zugegeben, nach Ruhm roch es dort nicht gerade, eher schon nach Schimmel und nie endender Feuchtigkeit. Und aus Herxheim waren wir auch noch nicht raus. Aber immerhin führte ein Fenster des neuen Proberaums direkt zur Hauptverkehrsstraße und lag nur einen Steinwurf entfernt von der großen Kreuzung mit der einzigen Ampel im Umkreis von mehreren Kilometern. Aber es war irgendwie schon eine gewaltige Verbesserung. Wenn man es sich nur lange genug einredete.

Und wer weiß, vielleicht hält gerade an dieser Kreuzung ein Plattenproduzent hört dann einen unserer Wahnsinns - Songs, wie z.B. "Fuck the Army" oder "Neverending Nightmare", wird fast ohnmächtig vor Begeisterung und nimmt uns unter Vertrag. Aber es sollte alles ganz anders kommen.

     
9. Sep. 1989 : Open Air in Mutterstadt, Pfalz                                            November 1989 : Fotosession zum Album "Heaven Is For Sale"


Das erste Mal


Es wurde uns schmerzlich bewußt, daß es an der Zeit war, endlich einmal Geld einzufahren, statt immer nur zu investieren. Wir brauchten also dringend Auftrittsmöglichkeiten. Auch war das Songmaterial inzwischen ausreichend, um wenigstens einen kleineren Gig zu wagen. Und so enterten wir am 27. Januar 1987, vier Monate nach unserer offiziellen Gründung die erste Konzertbühne.

Es war nicht gerade eines der kulturellen Zentren Deutschlands, welches wir für unsere Live-Premiere auserkoren: Lambrecht, am Fuße der Pfälzer Berge gelegen. Als Ort des historischen Augenblicks, der die Heavy Metal-Welt kräftig aufmischen sollte (und das hoffentlich nicht unter Ausschluß der Öffentlichkeit) wählten wir die Discothek "Point". Das erschien uns als strategisch sehr sinnvoll,  angesichts unseres nicht gerade riesigen Programms (ca. eine Dreiviertelstnde). Auch konnte man davon ausgehen, daß sich wenigstens einige Zuschauer an einem Freitagabend in diese Disco verirren.

Die Äußerlichkeiten waren jedoch wider Erwarten recht ansprechend. Die Bühne war mehrstufig und in dunklem Holz gehalten. Wir hatten ausreichend Platz (nicht zuviel und nicht zuwenig) und wir hatten eine coole Lichtanlage.

Und wir machten was draus. Keine Peinlichkeit wurde von uns ausgelassen. Lederjacken, Stirnbänder, Nietengürtel, Stretchhosen. Wir hatten alles. Krönung war jedoch das Markenzeichen von Destroyer, welches auch unsere T-Shirts zierte, welche übrigens tatsächlich reißenden Absatz fanden. Was für Iron Maiden Eddie war, das war für uns… ähm… hatte das Ding eigentlich jemals einen Namen bekommen? Ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls war unser „Eddie“ ein Nachtgespenst. Und zwar ein richtiges Nachtgespenst, mit dem man kleine Kinder erschreckt (vorausgesetzt, sie sind nicht älter als 3 Jahre). Typ Bettlaken-Monster. Sei´s drum…


24. Januar 1987 : "Das erste Mal" - Discothek Point (Lambrecht, Pfalz)

Wie gesagt, wir hatten alles. Vor allem hatten wir aber mit vorangeschrittener Uhrzeit ordentlich Schiß. Vor allem, weil sich kein Mensch in diesen Schuppen verirrte. Die Stimmung sank auf den Nullpunkt und wir verzogen uns in die Umkleideräume, um Gitarren zu stimmen, Kampfausrüstung anzulegen und was man halt so macht, um das Lampenfieber zu bekämpfen. Irgenwann war es dann soweit. Wir betraten die Bühne und waren geschockt. Der Laden war rappelvoll. Wo kamen die denn plötzlich alle her? Hatten die sich gemeinerweise vor der Disco zusammengerottet und gewartet um uns zu quälen? Egal. Sie waren da. Und das Beste : sie waren wegen uns da. Kein Zweifel. 250 Zuschauer. Und wir gaben ihnen, wofür sie gekommen waren. Volles Brett Metal. Nach 50 Minuten war alles vorbei und wir waren glücklich. Wir waren im Erfolgsrausch. Heute Lambrecht und morgen die Welt.

Eines meiner persönlichen Highlights des Abends war, dass meine Mutter sich das Ganze antat. Zusammen mit Sandra´s Ma kam sie, um dem Beginn des kometenhaften Aufstiegs ihres Sohnes beizuwohnen.

... to be continued!